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Kunsthistoriker Dr. Werner Scharrer
zum künstlerischen Werdegang
von Gunther le Maire
...Gunther
le Maire‘s sich erst viel später verdichtender künstlerischer Werdegang zeichnete
sich bereits während der Schulzeit ab, wo er jährlich mit der Note 1 in
Kunsterziehung glänzte. Sein Kunstlehrer, der bekannte expressionistische
Künstler Max Escher erkannte schon frühzeitig das große Talent le Maires
und förderte es nach Kräften...
Doch dieser schlug die
Empfehlung seines jahrelangen Kunsterziehers, auf eine Kunstakademie zu
wechseln, in den Wind. Dessen Kommentar: "Sie sind so
oppositionell, Sie opponieren sogar gegen Ihre eigene Begabung!"
Für ein Kunststudium kannte Gunther le Maire die Szene damals
schon so
gut, dass er wusste, davon nicht leben zu können...
Erst
nach seinem Umzug nach Immenstadt begann le Maire ab 1981 wieder konsequent zu
malen...
und zwar ein Sujet, das vor 30 Jahren alles andere als ‚en vogue‘ war:
Er malte Landschaften.
Und diese atemberaubend
präzise und klar. Die Bleistiftzeichnung voller dramaturgisch wirkungsvoller
Dynamik gipfelt in der luxuriös guten Darbietung eines Ölgemäldes. Als Maler –
und das ist vielleicht die stupende Virtuosität seiner Kunst – gibt Le Maire die
Landschaft so wieder, wie sie sich ihm präsentieren. Autos, Straßen, Brücken,
Verkehrsschilder, Baumaschinen, Telegraphen- oder Strommasten, ja sogar
Müllcontainer, welche die Naturidylle trüben, stören ihn dabei überhaupt nicht.
Diese Schönheitsfehler in der heilen Welt sucht er nicht gezielt, Sozialkritik
in seinen Bildern liegt ihm fern, aber wenn sich Brüche in einem Motiv ergeben,
dann werden sie auch festgehalten. Le Maire ist selber seit seiner Jugend ein
exzellenter Kunstkenner und Kunstmanager. Die Stilrichtungen der Kunst wusste er
schon früh so zu unterscheiden und rückwärts- wie vorwärts aufzusagen, wie
andere Automarken oder -typen. Er selbst nennt sich als Künstler, dem man in der
persönlichen Begegnung auch eine Professur an der Akademie der Bildenden Künste
egal wo ohne mit der Wimper zu zucken abnehmen würde, bescheiden
'Autodidakt'. Und als
solcher hat er sich der Plein-air-Malerei verschrieben, wobei kräftige Farben
und eine detailfreudige Wiedergabe des Motivs in stimmigen Facetten für große
Lebendigkeit sorgen. Wie schon bei den Impressionisten des 19.Jahrhunderts
entstehen seine Zeichnungen, Aquarelle und Ölbilder in der freien Natur an der
Staffelei,
wo er den Malprozess genießt, wo sich aber auch alles in der
Landschaft während des Malens – immerhin einer Zeit zwischen vier und sieben
Stunden – durch das Licht verändert.
Der Zauber des Lichts – größter Freund aber auch größter Feind der Plein-air-Malerei...
Und Gunther
le Maire, der ja schon als Schüler auf hohem Niveau zu provozieren wusste, ist
sich diesbezüglich selbst noch in der Kunst treu geblieben. Gemäß einem seiner
Lebens-Leitsätze:
"Die Spießer muss man ärgern" gab es auch schon einmal eine
experimentelle Seite des 71jährigen Geburtstagskindes.
Er malte mit Schuhcreme, Zahnpasta und Senf. Mit diesen
Zutaten werden Sie
in dem aus 71 Bildern bestehenden Bilderreigen nicht bedient.
Dafür finden Sie hier auf 3 Etagen gewagt schwungvolle Bleistiftzeichnungen
sowie Monotypien, Linolschnitte, locker musternde Aquarelle und technisch
überragende und makellose wie Zeichnungen erscheinende Ölgemälde
von
bewundernswerter lyrischer Farbenvielfalt.
Bilderzählungen und Landschaften aus
Europa
mit dem Herzstück:
Die grüne Welt des
Allgäus mit den lieb gewonnenen Bergen vor der Haustüre.
Und von hinter der Haustüre grüßen meisterhafte Selbstporträts und eine
liebenswürdige ‚Kleines Welttheater‘ GmbH mit Kaspar, Gretel, Seppel, Räuber &
Co KG...
Dr. Werner Scharrer © Dietmannsried/Bad Hindelang,
30.09.2011 (Auszug) |
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